Leserbrief zu maroden Autobahnbrücken. Besonderes Augenmerk bitte ich auf den letzten Absatz zu werfen.

Bei den zulässigen Fahrzeuggewichten auf Brücken geht man in der Planung vom worst case aus: Stau. Autos und noch schlimmer LKW mit hohen Achslasten dicht aneinander gereiht. Dabei immer wieder Anfahren und Bremsen, was sich logischerweise auf den Brückenoberbau und somit auch deren Unterbau überträgt. Beim regulären Befahren der Brücke schieben Fahrzeuge, insbesondere LKW eine Art Lastbugwelle vor sich her. Je schneller, desto schlimmer.

Wenn eine Brücke nun etwas in die Jahre gekommen ist und die Tragstruktur deutliche Ermüdung zeigt, ist entweder eine Sanierung oder ein Neubau erforderlich. Da dies aber mitunter etwas dauert, werden entsprechende Sofortmaßnahmen umgesetzt. Die einfachste ist zunächst die Verringerung der Geschwindigkeit und im nächsten Schritt die Verringerung der Spurenanzahl, bzw. die Verringerung des zulässigen Fahrzeuggewichts.

Im konkreten Fall sind wir schlussendlich bei letzterem angekommen (wobei ich gerade nicht weiß, ob dort die Geschwindigkeit herabgesetzt wurde). Will man jetzt über besagte Brücke ein Fahrzeug schicken, das über 3,5t auf die Waage bringt, könnte man es wie zuvor geschehen per Ausnahmegenehmigung einfach fahren lassen. Das liegt daran, dass die Sofortmaßnahmen relativ frühzeitig ergriffen werden und die Brücke auch bei einzelnen höheren Belastungen nicht sofort Schaden nehmen würde. Zusätzlich werden bei der Planung von Brücken die Lasten ohnehin noch mit Sicherheitsaufschlägen versehen, sodass hier in der Regel auch noch Luft ist. Will man auf Nummer sicher gehen, sperrt man die Brücke, lässt das Fahrzeug einzeln drüber fahren und gibt sie danach wieder frei. Ist aber m.E. aus oben genannten Gründen in diesem Fall unnötig.

Ungeachtet dieser Ergänzung finde ich hier übrigens noch erwähnenswert, dass u.a. für Erhalt der Autobahnen und Gewährlleistung des Winterdienstes die im Artikel ebenfalls erwähnte Autobahn GmbH verantwortlich ist. Die Anstalt hatte vor einiger Zeit mal einen schönen Beitrag zu diesem weiteren Premiumprojekt unser aller Lieblingsverkehrsministers der letzten Legislatur.

Das ist ja mal geil! Mitten im Berliner Sumpf ist am Ende die CSU mitverantwortlich. HARR HARR HARR

11/23/2022