Die Wirtschaftspolitik Deutschlands hat gerade eine wichtige Richtungsänderung durchgeführt. Die Regierung hat erkannt, dass man in weiten Teilen von China abhängig ist, und will das ändern.

Der Zug ist eigentlich schon abgefahren, aber mal gucken, was sie da noch gerissen kriegen. Die erste sichtbare Auswirkung war, als im Frühling VW keine Investitionsgarantie mehr gekriegt hat für ihr Werk in China, Da ging es um eine Fabrik in Xinjiang, wo auch die Uiguren unterdrückt werden.

Aber jetzt wird das etwas konkreter.

Scholz kündigte an, dass der Abbau einseitiger Abhängigkeiten bei Rohstoffen und Technologien eine besondere Rolle in der künftigen nationalen Sicherheitsstrategie spielen werde. Um sichere Lieferketten zu gewährleisten, müssten die Handelsbeziehungen breiter aufgestellt werden.

Jetzt wird sich zeigen, wieviel Handlungsspielraum wir da überhaupt haben. Wir sind ja nicht das einzige Land, das weite Teile ihrer Konsumgüter nicht mehr selber herstellt sondern aus China importiert. Nur weil wir da mit Geld wedeln, heißt das nicht, dass sich da plötzlich Anbieter finden. Die haben auch alle ihre Kapazitäten zurückgebaut, weil China billiger war.

Interessanterweise ist China inzwischen soweit vorangeschritten mit der Bekämpfung der Armut, dass China in vielen Bereichen gar nicht mehr der billigste Anbieter wäre, wenn es noch andere Anbieter gäbe.

Jetzt wird sich also zeigen müssen, ob da nur heiße Luft rauskommt ala "wir kaufen unsere Chips jetzt nicht mehr in China sondern in Taiwan".

Oh und ein Detail noch:

Einseitige Abhängigkeiten bei Rohstoffen und Technologien sollten durch eine engere Zusammenarbeit mit der Asien-Pazifik-Region abgebaut werden.

Es wird sich auch zeigen müssen, wie unabhängig diese Länder tatsächlich sind, wenn China da Druck macht.

11/24/2022