Max Schrems hat mal wieder eine staatliche Stelle dazu gebracht, die DSGVO anzuwenden. Diesmal den österreichischen Datenschutzbeauftragten, der plötzlich und überraschend fand, dass es eine DSGVO-Verletzung sei, wenn eine Firma Google Analytics einbindet, welches die Userdaten in die USA schaufelt, in die Fänge der Datenkrake Google.

Na sowas, denkt ihr euch jetzt vielleicht, hatten wir das nicht schon vor ein paar Jahren mal? Ja, hatten wir. Damals hat Schrems den Safe Harbor für unzureichend erklären lassen, auch zur Überraschung von genau niemandem. Das war ein typisches "Wir würden doch nie eure Daten veruntreuen"-Wink-Wink-Nudge-Nudge-Lügengebilde.

Das wurde wenig später durch ein Rebranding derselben Scheiße ersetzt, den Privacy Shield. Same shit, different asshole. Inzwischen auch nichtig.

Und was macht die Industrie? Kopf in den Sand. Bis irgendwo eine schmerzhafte Strafe verhängt wird, dann gibt es plötzlich Massenpanik. Also war die Strategie von Schrems klar, was als nächstes passieren muss. Genau das ist jetzt passiert.

Ich für meinen Teil begrüße das. Immer feste druff. Wer nicht hören will, muss spüren.

Ich würde auch die Linie gar nicht bei den Amis ziehen, ehrlich gesagt. Ich finde, Schrems sollte nicht eher ruhen, bevor auch der letzte Web-Sprallo kein Analytics mehr verbaut. Nein, ihr braucht keine Analytics. Niemand braucht Analytics. Alles, was du mit Analytics machen kannst, ist UI Dark Patterns a/b testen und Probleme nicht fixen, "weil es kaum jemanden betrifft".

1/13/2022