Der Schweizer Geheimdienstsumpf will unbedingt Threema abschnorcheln. Damit sind sie bisher gescheitert, zuletzt hat Threema vor dem Schweizer Bundesverwaltungsgericht gewonnen.

Leider zieht das EJPD (Eidgenössische Justiz- und Polizei-Departement) jetzt vor das Bundesgericht.

Ich drücke Threema ganz doll die Daumen. Das ist der einzige der großen Messenger, der nicht darauf besteht, dass man den Account mit der Telefonnummer assoziiert, und der auch nicht die Komplexität von Krypto hinter Bullshit-Automatismen versteckt (wie z.B. Signals "die Sicherheitsnummer hat sich geändert").

Von der Krypto her ist Signal noch ein bisschen cooler, aber Threema hat mehr dafür getan, das Vertrauen seiner Nutzer wirklich zu gewinnen, und nicht bloß Sicherheit zu behaupten. Ich habe in meinem Leben für eine einzige Smartphone-App Geld ausgegeben. Es war Threema.

Ich bin ja ehrlich gesagt sehr irritiert, dass die Schweizer Regierung das so kurz nach der Aufarbeitung des Crypto-AG-Skandals in der Presse wagt. Die letzten paar verbleibenden rauchenden Ruinen von Glaubwürdigkeit bezüglich Kryptografie in der Schweiz sind Threema. Die jetzt auch noch plattzumachen wäre ein irreparabler Rufschaden für die Schweiz.

Update: BTW: Glaubt mal gar nicht, dass nur die Schweizer Dienste freidrehen.

Das Niveau der Spionage gegen Deutschland sei auf dem Stand des Kalten Krieges oder sogar noch deutlich höher, schätzte Haldenwang.

Aha. Schätzt er. Wie früher. Oder deutlich höher. Schätzt er. Was machen Sie noch gleich beruflich, Herr "Verfassungsschutz"-Chef Haldenwang? Wofür waren Sie noch gleich zuständig? Oh ja richtig. Erkennen und Abwehr ausländischer Spionage. Und Sie können nicht mal sagen, ob das so hoch wie früher ist oder deutlich höher? Was muss eigentlich noch passieren, damit wir diese unnützen Dienste alle mal zumachen und das Geld unter den Hartz-IV-Opfern verteilen?

6/30/2020